Financial Lines aus einer Hand

Zwischen den verschiedenen Financial Lines bestehen untrennbare Zusammenhänge. Wir kümmern uns für Sie um die wichtigen Abstimmungsprozesse. Das ist schwierig und bereitet auch den Versicherern Probleme. Kaum ein Versicherer bietet alle Produkte an. Nicht jedes Angebot entspricht zumindest dem Marktstandard. Die Produkte sind nicht aufeinander abgestimmt, obwohl sie viele Schnittstellen haben. Denn bei allen Produkten gehen anderweitige Versicherungen vor, die näher am Schaden sind. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen werden im Schnitt alle zwei Jahre überarbeitet und dabei gibt es auch Verschlechterungen. Die Begriffe und der Produktaufbau sind uneinheitlich. Der Verkauf neuer Deckungskomponenten erfolgt stets unter Hinweis auf aktuelle Schadenerfahrung in der Praxis. Das ist manchmal leider nur eine Behauptung, die für die Versicherten teuer werden kann. Wir sind für Sie seit Jahrzehnten bemüht, dies einfach und sehr gut zu machen und Ihnen Irritationen zu ersparen. Unsere Spezialprodukte für unsere Kunden dienen manchem Versicherer als Vorlage für seine nächste Produktüberarbeitung.

 

Financial Lines: weit gestreute Zuständigkeiten

Zuständigkeit für Financial Lines Produkt und Schaden
Kreditversicherer VertrauensschadenV
Rechtsschutzversicherer Straf- & ManagerrechtsschutzV AGG-Rechtsschutz
Haftpflichtversicherer in Deutschland Directors & Officers
Haftpflichtversicherer in USA/UK Employment Practices Liability

Pension Trust Liability

Sach-/Elektronikversicherer CyberV
Schadenversicherer USA, UK Kidnapping- & ErpressungsV in Zusammenarbeit mit weltweiten Sicherheitsdienstleistern auch bei Cyberrisiken
Versicherer USA, UK Financial Lines Kombinationsprodukte
Berufshaftpflicht VermögensschadenV für Unternehmen

 

Die Worte „Produkt und Schaden“ stehen für die jeweils getrennten Abteilungen. In den Financial Lines ist der Aufwand an Koordination und Kommunikation extrem hoch. Dass es sich hierbei um eine „Chefsache“ handelt, kommt erschwerend hinzu. Wir haben damit viel Erfahrung und davon können Sie nur profitieren.

Wenn wir als Makler für Sie die Financial Lines betreuen, versprechen wir Ihnen damit, Ordnung in diesem dynamischen Durcheinander zu schaffen. Wenn wir uns mit Ihrer D&O beschäftigen, verbringen wir die Hälfte unserer Zeit mit den Financial Lines Schnittstellen, Lücken und Missverständnissen:

  • Lücken in der Darstellung Ihres Gesamtrisikos
  • Lücken bei der Darstellung der Versicherbarkeit
  • Placebo-Mitversicherung in vorhandenen Policen (z.B. Einschluss der Pension Trustee Deckung in die D&O-Police)
  • Fehlende Policen
  • Doppelversicherungen
  • Verweigerte Schadenregulierung unter Hinweis auf vorrangige anderweitige Versicherungen – hier also andere Financial Lines
  • Fehlen der Synchronisation zwischen den Policen (unterschiedliche Tochterunternehmensdefinitionen, unterschiedliche zeitliche Bestimmungen)
  • Spartenabgrenzungen in den vorhandenen Policen werden nicht erkannt, nicht angepasst und oft auch nicht berichtet.

Der Kommunikationsbedarf besteht auf allen Ebenen von den Vorlagen für den Vorstand und die Geschäftsleitung bis hinab zur Diskussion über die Zuordnung der Rechnungsbelege mit den Schadensachbearbeitern der Versicherer.

Warum ist das so verworren aufgestellt? Warum gibt es keinen gut abgestimmten Financial Lines Versicherungsmarkt in Deutschland? Das würde Verbesserungen in allen Aspekten zur Folge haben und zu besseren Produktstandards, schnellerem Service, umfassenderem Know how bei der Beratung und im Schadenfall, Kostendämpfung und mehr Zufriedenheit führen. Die Antwort ist einfach und ändern wird sich an dem Durcheinander und den Lücken erst einmal kaum etwas. Denn die D&O-Versicherung steht erst seit kurzer Zeit im Zentrum der Financial Lines. Die D&O ist eine junge Sparte. Der Aufbau einer Versicherungssparte dauert Jahrzehnte. Mit der Schadenerfahrung wird dann das Bedürfnis nach einer Koordination erst viele Jahre später erkennbar. Und die Notwendigkeit von Koordination und Lückenschluss ist dann erst der Anfang eines mühsamen und langwierigen Prozesses. Das Change Management gegen den Besitzstand bei den Versicherungsabteilungen ist erfahrungsgemäß langsam. Diese Arbeit ist in Deutschland zu leisten. Die Innovationsgeschwindigkeit bei den Financial Lines ist hingegen hoch und nimmt zu. Die Innovationen kommen überwiegend aus den USA. Die Financial Lines sind ein Aspekt der Dynamik des amerikanischen Finanzmarktes. Insbesondere die Directors & Officers Versicherung ist hier in einem Zusammenhang mit dem Shareholder Value, der Compliance und der Corporate Governance zu sehen. Schlankere Bilanzen und damit eine höhere Anfälligkeit für Vermögensschäden bei gleichzeitig wachsenden Anforderungen an die Finanzberichterstattung sind der Motor der Financial Lines.

Wann und wo bei den Versicherern in Deutschland und bei den Maklern einzelne Financial Lines aufgebaut wurden, ist sehr unterschiedlich. Es muss nicht notwendig dort passiert sein, wo die Kenntnis vom Risiko am höchsten war. Ist aber erst einmal eine Zuständigkeit begründet, wird diese auch verteidigt. Die Vertrauensschadenversicherung ist ein Annexprodukt des Bereichs Kreditversicherungen. Die Top-Manager-Rechtsschutzprodukte sind bei den Rechtsschutzversicherungen angesiedelt. In den Abteilungen für die Industrie-Haftpflichtversicherung oder die Berufshaftpflichtversicherung begann der Einstieg in die D&O-Versicherung. Für EPL bzw. AGG-Policen wächst der Bedarf bei rein deutschen Risiken erst langsam. Auch für die Fiduciary- bzw. Pension Trust Liability entsteht in Deutschland erst allmählich ein Interesse. Erst 2000 wurden die Rückstellungen für die Altersversorgung aus den Konzernbilanzen in Pensionssondervermögen ausgegliedert. Die Organhaftungsrisiken und die Risiken aus dem Tagesgeschäft werden mit zunehmender Anzahl der Pensionäre und schrumpfenden Zinseinkünften steigen. Die Verschlechterung dieses Risikos ist von den Lebensversicherungen her bekannt. Gute deutsche Produkte mit weltweiter Geltung sind in den Sparten Employment Practices Liability und Pension Trust Liability noch selten. In Deutschland ist letztlich die Versicherung von Lösegeld-Risiken nur sehr eingeschränkt möglich. Auch die D&O-Versicherung trifft nach wie vor in Deutschland auf Vorbehalte. Zuletzt trat dies 2009 bei der Einführung des Verbotes der selbstbehaltsfreien Mitversicherung von Vorständen in den Unternehmenspolicen der Aktiengesellschaften hervor.

Eine Risikoberatung ist ohne die ganzheitliche Einbeziehung der Financial Lines nicht mehr möglich. Nur über die D&O-Versicherung zu sprechen, reicht heute nicht mehr. Ein Versicherungsfall in der D&O wirft stets auch die Frage auf, ob nicht auch andere Financial Lines Produkte betroffen sein könnten bzw. ob nicht deshalb mit einer Ablehnung des D&O-Versicherungsschutzes zu rechnen ist, weil andere Produkte fehlen. Dann ist es aber zu spät. Das Zusammenspiel der verschiedenen Produkte erläutern wir Ihnen gerne anhand der aktuellen Fälle in der Tagespresse. Die sich über Jahre hinziehenden Haftungsfälle und die Fortsetzungsromane in den Medien zeigen immer wieder auf, warum eine D&O-Versicherung alleine nicht ausreichen kann.

Aufsichtsrats-D&O-Police

Wir werden Sie gerne davon überzeugen, dass diese Deckung nicht empfehlenswert ist. Eine Zurückhaltung beim Abschluss ist bereits deshalb geboten, weil diese Police erst seit kurzer Zeit diskutiert wird und sich bei den gut vernetzten Großkunden keiner Beliebtheit erfreut. Akademisch ist es sicherlich spannend, über das zweigeteilte System von Aufsichtsrat und Vorstand zu diskutieren und es scheint sehr schlau, wenn man den Unterschied zum one tier board system in den USA erkennt. Es mag auch einen Fall gegeben haben, wo ein Aufsichtsrat keine Versicherungssumme mehr hatte, nachdem zuvor der Vorstand schon die gesamte D&O-Versicherungssumme für sich verbraucht hatte. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Deckungsempfehlungen unter Hinweis darauf, dass es gerade den einen Fall gegeben habe, wo die entsprechende Lücke beobachtet wurde, sind der alltägliche Lärm im Markt der Anbieter.

Wir beschränken uns hier auf wenige Stichworte und Hinweise, die gegen dieses Produkt sprechen:

Unzureichende Versicherungssummen können nicht dadurch verhindert werden, dass zwei Policen statt einer abgeschlossen werden. Dadurch steigen die Kosten, nicht aber die Versicherungssummen.

30 % aller gerichtlich anhängigen Haftungsfälle gegen Vorstände sind ebenfalls gegen die Aufsichtsräte gerichtet. Hinzu kommen die außergerichtlich von den Vorständen angedrohten Streitverkündungen und Regresse gegen die Aufsichtsräte.

Dem Verbrauch der D&O-Versicherungssumme geht oft ein Vergleich voraus. Daran wirkt der Aufsichtsrat mit.

Dem Verbrauch der D&O-Versicherungssumme geht eine Inanspruchnahme voraus. Diese kann der Höhe nach begrenzt werden. Daran wirkt der Aufsichtsrat mit.

Ist die D&O-Versicherungssumme durch einen Schaden verbraucht, den der Vorstand alleine zu verantworten hat und übersteigt der Schaden die Versicherungssumme, ist dann die getrennte Aufsichtsratspolice mit ihrer eigenen Versicherungssumme ein zusätzlicher Schutz für den Aufsichtsrat?

Über den Abschluss der Aufsichtsratspolice entscheidet die Hauptversammlung. Wer will da schon auf sich als derjenige Aufsichtsrat aufmerksam machen, der etwas will, was sonst kein anderer Aufsichtsrat hat und der zusätzlich zur Unternehmens-Versicherung der Aufsichtsräte noch eine Doppelversicherung anstrebt.

Die richtige Höhe der Versicherungssumme für ein Unternehmen kann niemand berechnen. Eine unlösbare Aufgabe wird nicht dadurch lösbarer, dass man sie getrennt für den Aufsichtsrat und damit zweimal stellt.

Will man die Doppelversicherung vermeiden, muss die Deckung der Aufsichtsräte unter der Unternehmenspolice aufgehoben werden und lückenlos in die getrennte Aufsichtsrats-D&O überführt werden. Das geht bei Identität der Versicherer einfach und wird bei verschiedenen Versicherern schwer. Fehlerfrei und lückenlos geht dies dann, wenn erst gar keine getrennte Aufsichtsratspolice abgeschlossen wird.

Das „Gefangenendilemma“ sei abschließend nur als Stichwort erwähnt. Die gemeinsame Verteidigung von Vorstand und Aufsichtsrat erleichtert die Abwehr. Wird die Gemeinsamkeit durch unzureichende Versicherungssummen erzwungen, so bleibt auch dies eine Gemeinsamkeit. Wird durch getrennte Policen eine getrennte Abwehr notwendig, freuen sich die Dritten in diesem Streit. Das sind die Rechtsanwälte und vor allem der Geschädigte. Dessen Darlegungs- und Beweislast wird durch die wechselseitig nicht abgestimmten Vorträge von Aufsichtsrat und Vorstand erheblich erleichtert. Die gemeinsame Anspruchsabwehr unter der Unternehmenspolice wird durch die getrennte Aufsichtsratspolice gefährdet, geschwächt und u.U. in ihr Gegenteil verkehrt.

Fazit: Besser ein hoher Turm als zwei aufeinander zustürzende kleinere und schiefe Türme.

Börsenprospekt

Prospekthaftungsversicherungen bieten Versicherungsschutz für das Prospekthaftungsrisiko des emittierenden Unternehmens und seiner Organe sowie der verantwortlich handelnden Personen im Falle einer Emission von Wertpapieren.

Die Abkürzung POSI steht für Public Offering of Securities Insurance. Alternativ wird auch von der IPO-Police gesprochen. Der Begriff Prospekthaftungspolice mag hier als Übersetzung dienen. Es geht um das Prospekthaftungsrisiko des emittierenden Unternehmens, seiner Organe sowie der einzuschließenden weiteren Dienstleister. Die entsprechenden Produkte sind im angloamerikanischen Sprachraum weiter verbreitet und üblicher als in Deutschland.

Anders als bei dem kontinuierlichen Organhaftungsrisiko handelt es sich bei der Emission von Wertpapieren um einen einmaligen Vorgang. Allerdings geht es dann um viel Geld. Dies spricht für eine Erhöhung der Versicherungssumme und eine selbständige Police. Der Kreis der an einer solchen Emission beteiligten Dienstleister ist groß. Der Abschluss einer getrennten IPO/POSI-Police kann dabei vertraglich vereinbart worden sein. Der Kreis der versicherten Personen und Unternehmen geht über den einer D&O-Police hinaus. Die Kosten für diese Police werden den Emissionskosten hinzugerechnet. Die POSI deckt auch das Haftungsrisiko der Unternehmen ab, wohingegen die D&O-Police auf das Risiko der Organhaftung begrenzt wird.

Cyber

Wir verweisen beim Einkauf der Cyberdeckungen zunächst auf die für die IT-Versicherung zuständigen Personen. Sie können nicht übergangen werden und reden bei der Risiko- und Bedarfsanalyse ein entscheidendes Wort mit.

Ganz ehrlich: wir machen als Dienstleister um diesen Boom weiterhin einen großen Bogen. Die häufig anzutreffende Zuordnung dieses Produktes zu den Financial Lines ändert nichts an der Tatsache, dass das Cyber-Risiko und dessen Versicherung weit über die Financial Lines hinausgeht. Die Cyber-Thematik betrifft auf allen Seiten zu viele Zuständigkeiten und Interessen und kommt so als eigenständige Sparte nicht aus den Startlöchern.

Der schwammige Begriff „Cyber“ findet sich weder in der Vertrauensschadenversicherung noch in der D&O-Versicherung. Das gilt auch für andere Sparten. Die Verlagerung des Realen in die digitale Welt ändert nichts an den seit vielen Jahren für die realen Risiken erhältlichen Versicherungsbedingungen. Diese deckten unbeabsichtigt die Cyber-Risiken von Anfang an mit. Die Spartentrennung und fast alle Versicherungssparten gab es schon vor dem PC und dem Internet. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Damit gibt es Besitzstände bei den Versicherten und Versicherern. Ein Vertrauensschadenversicherer weiß mehr über das Cyber-Crime-Risiko als ein Cyber-Underwriter. Für die Betriebsunterbrechung und andere Sparten gilt dies jeweils ebenso.

Spartenabgrenzungsausschlüsse sind noch nicht zu erwarten. 1984 gab es die erste Cyber-Police in deutscher Sprache. Die ABCM 84 waren eine Ausschnittsdeckung für das Computer-Mißbrauchs-Risiko, welches in der Vertrauensschadenversicherung abgedeckt war. Nach wenigen Jahren wurde diese Trennung wieder aufgehoben. In anderen Sparten wurde bisher nicht einmal der Versuch unternommen, einen Cyber-Ausschluss einzuführen. Ohne Spartenabgrenzungsausschlüsse in allen einschlägigen vorhandenen Sparten kann sich ein Markt für Cyber-Versicherungen nicht entwickeln. Das Cyber-Risiko ist gigantisch bis hin zur Unversicherbarkeit wie z.B. beim Cyber-War und bei Kumulrisiken. Gegenwärtig liegen die Behauptungen des Gesamtprämienvolumens für Cyber-Policen weltweit unter 5 Miliarden USD. Für Deutschland wurde in 2016 ein Prämienvolumen unter 30 Mio. Euro und für die USA ein Prämienvolumen unter 3 Mrd. USD von Experten geschätzt. Die Gefahr der Ermüdung der Vertriebsanstrengungen zum Aufbau eines Cyber-Versicherungsmarktes ist momentan mindestens ebenso groß wie die Chance, dass sich gerade eben der Durchbruch in einen langjährigen Boom abspielt.

Der Cyber-Versicherungsmarkt boomt noch nicht. First mover advantages sind noch nicht erkennbar. Der Vertrieb schafft es nicht, anhand von täglich neuen Pressebeispielen darzustellen, was durch eine Cyber-Zusatzdeckung gegenüber bereits vorhandenen Policen an signifikantem zusätzlichem Schutz bereitgestellt würde. Die kleinen Cyber-Extras werden schnell erkannt und durch Klauseln in die vorhandenen Deckungen prämiengünstig und ohne großen Kommunikationsaufwand integriert. Die Cyber-Diskussion verbessert den Cyber-Versicherungsschutz und die Risikovorbeugung. Sie führt aber noch nicht zum Boom einer eigenständigen Sparte. Das ist nach den großen Anstrengungen der letzten Jahre auch nicht mehr zu erwarten. Konferenzen mit mehreren Hundert Teilnehmern bestätigen nur, dass das Risiko abgearbeitet wird – allerdings dezentral in den Sparten.

Der Begriff Cyber im Bereich der Financial Lines wird nicht selbst definiert. Versicherer bedienen sich einer für sie einfachen Betrachtungsweise und zählen in ihren Versicherungsbedingungen auf, welche Handlungen von einer Cyber-Versicherung umfasst werden. Gedeckt werden meistens:

Angriffe auf Netzwerke: Dabei handelt es sich um den tatsächlichen oder angeblich unbefugten Zugang zu einem Datenverarbeitungssystem der Versicherten oder dessen Nutzung, wodurch ein Datenverlust, eine unberechtigte Datenverarbeitung, eine Infizierung oder eine Übertragung von Malware eintritt.

  • Denial-of-Service (DoS): Ist ein Angriff, bei welchem über ein Netzwerk oder das Internet ein Datenverarbeitungssystem für befugte Nutzer unzugänglich gemacht wird
  • „Phishing“-Angriff: Hier werden in betrügerischer Absicht E-Mails an Anwender verschickt und über diese auf „falsche“ Websites geführt
  • „Pharming“-Angriff: Vgl. Phishing, nur das hier keine E-Mail genutzt wird, sondern eine vorgetäuschte IP verwendet wird

Unbefugter Zugang: Gemeint ist der Zugang zum Netzwerk des Versicherten oder zu dort gespeicherten Informationen, durch eine unbefugte Person oder durch eine befugte Person auf unbefugte Weise, einschließlich dem Diebstahl von Datenspeichergeräten.

Datenverlust: Dies ist der tatsächliche oder potentielle Verlust, die Fälschung, Zerstörung oder unbefugte Verwendung von personenbezogenen oder vertraulichen Daten.

Erpressung: Hier wird eine Geldzahlung gefordert um einen Angriff auf das Netzwerk, einen Datenverlust oder die Verletzung von Persönlichkeitsrechten abzuwenden.

D&O (Directors & Officers Liability, Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung für Organe und leitende Angestellte)

Die D&O-Versicherung bietet Versicherungsschutz für die Haftung von Organen (Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Beiräte) und leitenden Angestellten, wenn diese Vermögensschäden verursachen. Deren Unternehmen bezahlt für sie die Prämie. Versicherungsnehmerin können alle juristischen Personen und Personengesellschaften sein. Deren Tochterunternehmen werden automatisch eingeschlossen. Die D&O-Versicherung deckt sowohl die Kosten der Abwehr unberechtigter als auch die Befriedigung berechtigter Schadenersatzansprüche. Bevor ein Manager heute in die Dienste eines neuen Arbeitgebers tritt, lässt er sich im Dienstvertrag das Bestehen einer D&O zusichern. Die D&O ist das Hauptprodukt der Financial Lines. Sie ist heute unverzichtbar für alle Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte.

D&O-Einzelpolice

Deutschland ist das Land der Einzelpolicen und Selbstbehaltspolicen, die es im Ausland fast nie gibt. Hier haben immerhin rund 3 % aller Manager neben der D&O-Unternehmenspolice eine persönliche Eigendeckung abgeschlossen. Über 97 % der Vorstände und Aufsichtsräte tragen einen Selbstbehalt von bis zum 1,5fachen Jahresfestgehalt, wenn sie bei einer Aktiengesellschaft tätig sind. Für die Käufer der Selbstbehaltspolicen gibt es verschiedene Produkte: Anrechnungsmodell, Regressmodell, Kumulmodell oder das Anschlussmodell. Es gibt auch echte Doppelversicherungen, welche unabhängig vom Pflichtselbstbehalt nach dem Aktiengesetz und ohne Bezug zur Unternehmenspolice für den Manager eine Zusatzdeckung aufbauen. Diese wird auch als „Wanderpolice“ bezeichnet, weil sie den Manager bei einem Arbeitgeberwechsel begleitet.

All diese Produktlösungen sind weltweit einmalig und eine Ausnahmelösung, welche ihre Leistungsfähigkeit erst noch beweisen muss. Üblicher- und richtigerweise ist bei der D&O-Versicherung das Unternehmen Versicherungsnehmerin und Prämienschuldner. Deren Organmitglieder sind die Begünstigten dieser Versicherung für fremde Rechnung, nämlich der vom Unternehmen bezahlten Prämie. Bei der D&O-Einzelpolice ist eine natürliche Person zugleich Versicherungsnehmer, Versicherter und Prämienschuldner. Der Manager bezahlt also selbst für die Versicherung eines Risikos, das es ohne das Unternehmen gar nicht geben würde. Denn das Unternehmen ist nur eine „juristische Person“. Es kann ohne echte Personen, also die Vorstände und Geschäftsführer, nicht handeln. Dass diese dann selbst für einen Versicherungsschutz zahlen, um für die juristische Person tätig sein zu können, leuchtet nicht unbedingt ein. Die Manager können auch ohne Unternehmen handeln. Die Unternehmen können aber nicht ohne Manager am Rechtsverkehr teilnehmen.

Die Bedingung für die D&O-Versicherung auf eigene Rechnung hat der deutsche Gesetzgeber 2009 geschaffen. Er hat den Aktiengesellschaften verboten, D&O-Policen ohne Selbstbehalt für die Vorstände abzuschließen.

Die D&O-Einzelpolice wird seit dem VorstAG 2009 für die Versicherung des Pflichtselbstbehaltes stark nachgefragt.

Wir beraten Sie gerne. Es gibt sehr unterschiedliche Einzelpolicen und eine verwirrende Meinungsvielfalt. Ob und wie die Abstimmung mit der Firmenpolice geht, ist umstritten. PR-Risiken sind zu vermeiden. Wir raten zu einer völligen Trennung von der Firmenpolice. Der Leistungsumfang kann von den Rechtskosten über das Selbstbehalt-Risiko bis hin zu noch höheren Versicherungssummen mit einer vollen Haftpflichtdeckung vereinbart werden. Der durch das VorstAG geschaffene § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG lautet:

„Schließt die Gesellschaft eine Versicherung zur Absicherung eines Vorstandsmitglieds gegen Risiken aus dessen beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft ab, ist ein Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vorzusehen.“

Die Regierungskommission Corporate Governance knüpft an das VorstAG an und empfiehlt diesen Zwangsselbstbehalt auch für die Aufsichtsräte. Die 2009 neu gefasste Ziffer 3.8 des Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) lautet nun:

„Abschnitt 3.8 Abs. 2 (Selbstbehalt bei der D&O Versicherung)

Schließt die Gesellschaft für den Vorstand eine D&O-Versicherung ab, ist ein Selbstbehalt von mindestens 10% des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds zu vereinbaren. In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart werden.“

Bereits 2008 erreichten die Kodexempfehlungen zum angemessenen Selbstbehalt eine Befolgungsquote von immerhin 77,8 %. Daher tragen jetzt Aufsichtsräte mit signifikanten Bezügen ein erhebliches D&O-Risiko selbst, wenn sie sich nicht mit ihrer persönlichen Einzelpolice absichern.

Deckungsklagerechtsschutz-Versicherung

photo of tree made of dollars

Diese Versicherung (DKRS) soll die Rechtskosten einer Klage gegen eine unberechtigte Deckungsablehnung des D&O-Versicherers finanzieren. Denn wenn der Manager haftet und keine D&O-Deckung bekommt, hat er ja auch kein Geld mehr für eine Klage gegen den D&O-Versicherer.

Wenn Sie diese Versicherung (DKRS) abgeschlossen haben, scheuen Sie keine Kosten und sind sehr vertrauensseelig. Wir empfehlen deren ersatzlose Kündigung und bieten selbst auch keine individuellen Optimierungen der Standard-DKRS an. Dafür nennen wir Ihnen einige Gründe:

Hält der Rechtsschutzversicherer die Deckungsablehnung des D&O-Versicherers für gerechtfertigt und verneint die Erfolgsaussichten für die Deckungsklage, besteht kein Versicherungsschutz.

Aus anderen Versicherungssparten sind solche DKRS weltweit unbekannt (1). Außerhalb von Deutschland ist die DKRS auch innerhalb der D&O-Sparte unbekannt (2). Denn in der D&O-Versicherung sind Deckungsablehnungen sehr selten (3). Erfolgreiche Deckungsklagen gegen D&O-Versicherer sind extrem selten (4). Ob eine DKRS dann überhaupt noch besteht ist fraglich, denn sie kann in den der Deckungsablehnung vorausgehenden Jahren gekündigt werden (5). Zwischen dem D&O-Versicherungsfall und der D&O-Deckungsablehnung liegen regelmäßig drei bis sieben Jahre. In dieser Zeit muss die DKRS-Police jährlich verlängert werden. Da sich eine Deckungsablehnung über die Vorbehalte des D&O-Versicherers schriftlich sehr früh ankündigt, hat der DKRS-Versicherer viel Zeit über eine Prämienanhebung oder Kündigung nachzudenken. Wir wollen hier nur noch anmerken, dass man dann eigentlich noch eine DKRS-Versicherung gegen den DKRS-Versicherer bräuchte. Denn wenn Sie dem D&O-Versicherer nicht vertrauen, warum sollten Sie dem DKRS-Versicherer vertrauen.

Die DKRS ist eine sehr schlechte Lösung.

EPL (Employment Practices Liability-Versicherung, EPLI)

Die EPL-Versicherung bietet Versicherungsschutz für Schadenersatzansprüche ehemaliger, gegenwärtiger und zukünftiger Arbeitnehmer im Zusammenhang mit:

  • Diskriminierung
  • sexueller Belästigung
  • rechtswidriger Kündigung

und anderen Anspruchsgrundlagen aus dem Anstellungs- oder Bewerbungsverhältnis.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) trat in Deutschland am 18.08.2006 recht spät und verzögert in Kraft. Die Bezeichnung „Employment Practices Liability (EPL)“ kann mit „Anstellungsschadenersatzhaftung“ übersetzt werden. Diese gab es in Deutschland bis zum AGG nur sehr selten und mit geringen Beträgen. Einen aktuellen Überblick zu den AGG-Schadenersatzansprüchen finden Sie bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in der Publikation „Ausgewählte Entscheidungen deutscher Gerichte zum Antidiskriminierungsrecht“ unter:

http://www.antidiskriminierungsstelle.de/

EPL ist weiterhin die vorherrschende Abkürzung. EPLI (EPL-Insurance) ist die gängige Abkürzung für die weltweit geltende Deckung.

EPLI-Policen weisen im Vergleich zu D&O-Policen einige Unterschiede auf. Der Kreis der versicherten Personen geht über die Organmitglieder hinaus und schließt alle Arbeitnehmer und Angestellten ein. Die Definition der Vermögensschäden muss angepasst werden, weil hier auch teilweise Personenschäden entstehen. Vor allem müssen Ansprüche erfasst werden, die sich nur gegen das Unternehmen richten. Auch Mischfälle müssen geregelt werden.

Für eine weltweite Deckung empfehlen wir stets Policen in englischer Sprache. In deutscher Vertragssprache eine weltweite EPLI-Deckung zu gewähren, ist vor dem Hintergrund der hochentwickelten Kasuistik und Terminologie in den USA und Common Law Ländern ein ambitioniertes Unterfangen. Die umfangreichen statistischen Erhebungen solcher Fälle in den USA werden von der EEOC (U. S. Equal Employment Opportunity Commission) nach Fallgruppen sortiert aufbereitet und veröffentlicht unter:

http://eeoc.gov/eeoc/statistics/index.cfm
http://eeoc.gov/eeoc/statistics/enforcement/index.cfm

Vergleichen kann man die umfangreichen Aktivitäten dieser mit Ermittlungsrechten ausgestatteten Behörden in den USA nur mit unserer Arbeitsgerichtsbarkeit. Diesen Rechtszug haben die USA natürlich nicht. Dafür haben Sie dort zusätzlich zu der EEOC Schadenersatzansprüche, welche die Summen der Monatsgehälter, in welchen das deutsche Arbeitsrecht kalkuliert, hundertfach übertreffen können. Die Anstellungsschadenersatzansprüche in den USA und zunehmend auch in den Common Law Ländern sind für die dort tätigen deutschen Unternehmen ein unkalkulierbares Risiko, welches einer Versicherungslösung bedarf. Auf 1000 Angestellte in den USA kommt jährlich mindestens eine EPL-Schadenmeldung. Es handelt sich um ein Frequenzrisiko mit nach oben unbegrenzten Forderungen, wenn die Berufskläger ihre Fälle erst einmal einer Jury vorlegen können. HR-Schulungen und HR-Richtlinien reichen für das AGG-Risiko noch aus. In den USA sind solche Employee Handbooks lediglich eine Voraussetzung, um ein Angebot zum Abschluss von EPL-Policen zu erhalten.

EPL-Policen in deutscher Sprache, die sich mit den in englischer Sprache verfassten EPLI-Policen vergleichen lassen, gibt es erst seit wenigen Jahren. Rechtsschutzversicherungen haben sich gegen die Haftpflichtpolicen nicht durchsetzen können und sind nicht empfehlenswert.

In den deutschen D&O-Policen sind inzwischen die Klauseln, mit denen Teillösungen für das EPL-Risiko geboten wurden, zugunsten von umfassenden EPLI-Policen verschwunden. Hier wurden teilweise Sublimits für die versicherten Personen und selten auch eine sublimitierte EPL-Entity-Deckung für die D&O-versicherten Unternehmen geboten.

Exzedenten

Das Zusammenspiel zwischen dem Grundversicherer und den Exzedenten ist in den letzten Jahren Gegenstand zunehmend differenzierter Vertragswerke geworden. Wir haben langjährige Erfahrung mit großen Exzedenten-Programmen im In- und Ausland. Nur wenige Exzedentenbedingungen, welche von Versicherern gestellt werden, können ohne Verbesserungen akzeptiert werden.

Fremdmandatsversicherung

Die Fremdmandatsversicherung wird auch als Outside Directorship Liability Deckung bezeichnet (ODL). Das versicherte Risiko ähnelt dem der D&O. Versichert sind aber nur Kontrollmandate in Aufsichts- und Beiräten von konzernfremden Unternehmen. Die D&O schließt alle Organmandate innerhalb des Konzerns ein, nicht hingegen die externen Kontrollmandate. Regelmäßig wird dieses Risiko als Besondere Bedingung zur D&O eingeschlossen. Bei mittelständischen Unternehmen ist die ODL-Deckung auch schon in den Allgemeinen D&O-Versicherungsbedingungen enthalten. Die Möglichkeiten der Ausgestaltung dieser Zusatzdeckung sind vielfältig. Am Anfang steht aber die Erfassung des Risikos. Oft ist unklar, wer wo welches externe Mandat wahrnimmt. Bei den D&O-Einzelpolicen stellt sich diese Frage gleich in doppelter Hinsicht, weil dort oft nur ein Organmandat bei der Muttergesellschaft versichert ist. Erfasst werden müssen dann die darunter befindlichen konzerninternen Mandate sowie die Fremdmandate. Je nach Einzelfall ist zu diskutieren, wieviel Versicherungssumme für die konzerninternen Mandate vorbehalten bleiben soll, denn die Versicherungssumme für die Fremdmandate wird darauf angerechnet.

Fiduciary Liability (Pension Trust Liability-Versicherung, PTL)

Die Fiduciary (oder auch Pension Trust Liability) bietet Versicherungsschutz für die Personen, die mit der Verwaltung, Geschäftsführung oder Kontrolle der Pensionssondervermögen betraut sind. Es ist eine kombinierte D&O- und E&O-Versicherung für rechtlich verselbständigte Pensionssondervermögen.

Die Pensionsverpflichtungen der DAX-Unternehmen betragen 30 % ihrer Marktkapitalisierung. Dementsprechend groß ist das Interesse der Analysten, Rating-Agenturen und Investoren an diesem Thema. Der Anwartschaftsbarwert der Pensionsverpflichtungen der DAX-Unternehmen belief sich 2006 auf ca. 246 Mrd. €.

Solange die Rückstellungen in der Bilanz des Arbeitgebers verbleiben, wirkt sich dies im internationalen Vergleich auf die Eigenkapitalrendite und ähnliche Erfolgs-Kennzahlen negativ aus. Zumindest wird die Bewertung der finanziellen Performance des Unternehmens erschwert. Nachdem vor wenigen Jahren ausländische Rating-Agenturen zunächst für ein zum DAX gehörendes Unternehmen das Rating aus diesen Gründen gesenkt hatten, begannen deutsche Unternehmen mit der Ausgliederung der Pensionsverbindlichkeiten und der zu deren Absicherung dienenden Aktiva. Ohne eine Ausgliederung können solide Rückstellungen für Pensionsverbindlichkeiten auch für das Unternehmen selbst die Gefahr einer feindlichen Übernahme erhöhen.

Die Vorteile des Outsourcings der Pensionen aus den Konzernbilanzen liegen darin, dass die Trennung erstmals ein gezieltes Management und eine Kontrolle der Pensionskasse ermöglicht. Die Ziele einer Pensionskasse unterscheiden sich von denen des Arbeitgebers. Den Versorgungsempfängern und Anwärtern kann nach der Ausgliederung der betrieblichen Altersversorgung deren weitere finanzielle Entwicklung transparent dargestellt werden. Zudem erhalten die Anwärter und Leistungsempfänger so erstmals eine Möglichkeit zur Mitwirkung. Mitglieder der Personal-, Rechts- und Finanzabteilung sowie die Vertreter der Arbeitnehmer und Angestellten der Konzernunternehmen sind die typischen Organmitglieder von rechtlich z.B. als e.V. oder VVaG verselbständigten Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese weisen meist auch aus steuerlichen Gründen eine erhebliche Unterdeckung auf, operieren mit großen Zahlen und agieren wie ein kleiner Lebensversicherer.

In den USA und in Großbritannien ist eine solche Trennung der Pensionssondervermögen üblich und teilweise gesetzlich zwingend vorgeschrieben. Dafür wird eine von der D&O-Versicherung getrennte PTL-Versicherung benötigt. Sie werden auch als Fiduciary Liability Policen bezeichnet. Waren PTL-Policen in Deutschland früher als lokale Auslandsdeckungen für die dort belegenen Pensionssondervermögen üblich, wird im Zuge der Ausgliederung aus den Bilanzen der deutschen Mutter- und Tochterunternehmen dieses Thema jetzt auch hier dringlich.

Eine neben der D&O-Police stehende PTL-Police kann aus mehreren Gründen sinnvoll sein. Welche dies sind, ist mit Blick auf den Einzelfall zu prüfen:

  • Die D&O-Policen haben im Ausland entsprechende Ausschlüsse, wenn dort eine getrennte Verwaltung von Pensionssondervermögen bereits besteht.
  • Konstruktiv sind diese Pensionskassen oft aus den Konzernbilanzen herausgelöst. In Deutschland wird hierzu häufig ein Certified Trust Agreement (CTA) abgeschlossen. Zwei eingetragene Vereine agieren dann als Verwaltungs- und als Begünstigtentreuhänder. Auch wenn es sich dabei um juristische Personen handelt und deren Organe daher Versicherungsschutz unter der D&O-Police des Mutter-Konzerns genießen könnten, ist dies nicht der Fall bzw. nicht ratsam. Die in der D&O-Police versicherte Tätigkeit ist mit dem Betriebszweck gleichgesetzt. Dieser unterscheidet sich von den Zielen, welche ein Pensionssondervermögen verfolgt. Deckungsrechtlich ist daher keine versicherte Tätigkeit im Sinne des Gegenstandes der D&O-Versicherung gegeben, wenn das Organ einer juristischen Person der betrieblichen Altersversorgung handelt.
  • Die Definition des Tochterunternehmens greift für viele der ausgegliederten Pensionssondervermögen nicht mehr. Das Outsourcing dient u.a. auch der Aufgabe, die Insolvenzfestigkeit zu erreichen. Bei einem Tochterunternehmen könnte in Zeiten der Ertrags- und Finanzschwäche ein Rückfluss aus der Pensionskasse angeordnet werden. Die Nichtrückholbarkeit der zur Absicherung der Pensionsverbindlichkeiten übertragenen Aktiva ist hingegen ein Kennzeichen der Ausgliederung der Pensionsverbindlichkeiten und der dazugehörigen Aktiva. Dies hat steuer-, handels- und bilanzrechtliche Gründe.
  • Wirtschaftlich ist eine Trennung unvollständig, wenn nur eine gemeinsame D&O-Police existieren würde. Ohne eine eigene Versicherungssumme bleibt nur der Rang und die Quote im Verhältnis zu den anderen Gesellschaftsgläubigern, wenn der Sicherungsfall eintritt. Der Insolvenzverwalter darf das Pensionssondervermögen nicht bevorzugen. Eine eigene PTL-Versicherungssumme kann hingegen nur für die PTL-Versicherten ausgezahlt werden.
  • Die oft als Reduktion des Haftungsrisikos erlebte Identität der handelnden Personen ist im Schadenfall Indiz für einen Interessenkonflikt. Pflichtgemäßes Handeln für die operative Einheit kann pflichtwidriges Handeln als Organ des Vermögenstreuhänders bedeuten. Insbesondere kann der Hinweis auf weisungsgemäßes Verhalten Fragen der Haftung aufwerfen.
  • Die PTL-Police hat letztlich auch den Vorteil, dass neben den Pflichtverletzungen aus dem Handeln als Organ auch die Pflichtverletzungen aus der Verwaltung der Pensionsgelder im Tagesgeschäft abgesichert werden. Die PTL-Policen haben neben der D&O-Komponente auch eine E&O- bzw. VHV-Deckung.

Die Größenordnungen der steuerbegünstigt gebildeten Pensionsrückstellungen können das Eigenkapital übersteigen. 2014 betrugen die Pensionslasten der DAX Unternehmen insgesamt 372 Mrd. Euro. Versicherungstechnisch gehört das Thema in die D&O, wenn die Verbindlichkeiten und die Rückstellungen nicht outgesourct sind. Die für ausgegliederte Pensionsrückstellungen verantwortlichen Organmitglieder werden in die dafür eingerichteten juristischen Personen – zumeist eingetragene Vereine – häufig vom Trägerunternehmen entsandt. Darin liegt bereits ein Interessenkonflikt. Die Pensionskassen-Vorstände sollten über eine eigene Kombination aus D&O und VH-Deckung versichert werden, die sogenannte Pension Trustee Liability bzw. Fiduciary Liability. Im Sicherungsfall d.h. bei Insolvenz des Trägerunternehmens sollen diese Pensionskassen dann wie kleine Lebensversicherer funktionieren. Die Probleme fangen damit an, dass auf die Datenverarbeitung der Personalverwaltung und deren Personal nicht mehr zugegriffen werden kann, denn diese gehören ja zum insolventen Trägerunternehmen. Die Pensionszusagen gingen von positiven Zinsen aus. Die aus den Bilanzen der Trägerunternehmen ausgegliederten Pensionsrückverbindlichkeiten dürfen nicht zu 100% ausfinanziert sein. Aus steuerlichen Gründen müssen die Pensionskassen eine Unterdeckung aufweisen. Wie deren Auffüllung dann in einem Umfeld von Negativzinsen erfolgen soll, bleibt abzuwarten. Heute sind auch schon größere Lebensversicherer in „Manndeckung“ und müssen dem BaFin quartalsweise testierte Berichte abliefern. Auch für die Pensionskassen bedeutet die andauernde Erosion der Zinseinnahmen ein wachsendes Risiko. Wenn professionell geführte Lebensversicherer aufgeben, sollten die ehrenamtlich tätigen Organe von Pensionssondervermögen auf dem Abschluss einer eigenen PTL-Police bestehen.

IPO (Initial Public Offering), Prospekthaftungsversicherung, Public Offering of Securities Insurance (POSI)

Prospekthaftungsversicherungen bieten Versicherungsschutz für das Prospekthaftungsrisiko des emittierenden Unternehmens und seiner Organe sowie der verantwortlich handelnden Personen im Falle einer Emission von Wertpapieren.

Die Abkürzung POSI steht für Public Offering of Securities Insurance. Alternativ wird auch von der IPO-Police gesprochen. Der Begriff Prospekthaftungspolice mag hier als Übersetzung dienen. Es geht um das Prospekthaftungsrisiko des emittierenden Unternehmens, seiner Organe sowie der einzuschließenden weiteren Dienstleister. Die entsprechenden Produkte sind im angloamerikanischen Sprachraum weiter verbreitet und üblicher als in Deutschland.

Anders als bei dem kontinuierlichen Organhaftungsrisiko handelt es sich bei der Emission von Wertpapieren um einen einmaligen Vorgang. Allerdings geht es dann um viel Geld. Dies spricht für eine Erhöhung der Versicherungssumme und eine selbständige Police. Der Kreis der an einer solchen Emission beteiligten Dienstleister ist groß. Der Abschluss einer getrennten IPO/POSI-Police kann dabei vertraglich vereinbart worden sein. Der Kreis der versicherten Personen und Unternehmen geht über den einer D&O-Police hinaus. Die Kosten für diese Police werden den Emissionskosten hinzugerechnet. Die POSI deckt auch das Haftungsrisiko der Unternehmen ab, wohingegen die D&O-Police auf das Risiko der Organhaftung begrenzt wird.

IVP (Internationale Versicherungsprogramme)

IVP’s waren bei Financial Lines bislang selten anzutreffen. Zwar leugnet niemand das Erfordernis gesetzmäßigen Verhaltens, doch hatten vornehmlich praktische Erwägungen zur Zurückhaltung bei der Implementierung lokaler Policen geführt. Insbesondere erschien die mehrfache weltweite Replizierung einer als Tresorpolice betrachteten Versicherung als sachfremd. Indes sehen sich international agierende Unternehmen mit einem erheblich sensibilisierten Umfeld konfrontiert. Die im Zuge von Unternehmenskrisen erhöhte Aufmerksamkeit für die Belange der Compliance hat den Blick für Gesetzeskonformität vor allem im Versicherungsaufsichts- und Steuerrecht weltweit geschärft.

Mit der Implementierung von Lokaldeckungen stellen sich zahlreiche Fragen nach der Anpassung der Policen sowie der exakten Abstimmung der Verflechtungsklauseln. Wir haben mehrjährige Erfahrung mit der Installierung auch sehr umfangreicher internationaler Programme. Gerade bei deren Umsetzung gibt es in der Versicherungswirtschaft unterschiedliche Positionen, die für jedes Unternehmen im Einzelfall zu evaluieren sind. Ein Geflecht lokaler Policen hat signifikante Wechselwirkungen mit der sog. Master- und den Exzedentenpolicen. Die Vielschichtigkeit der auftretenden Detailfragen gebietet eine zentrale Steuerung des gesamten Implementierungsprozesses.

Wir sind Partner im internationalen Maklernetzwerk der UNISONBrokers AG.

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Kombinationspolicen

Es gibt bei den Financial Lines viele Kombinationsprodukte, welche von verschiedenen Versicherern bereits als zusammengefasste Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) angeboten werden. Im Einzelfall können auch individuelle Kombinationslösungen vereinbart werden. Es gibt hier eine Vielzahl von Möglichkeiten, welche regelmäßig Kosten-, Leistungs- und Vereinfachungsvorteile bieten. Sie müssen aber auch kritisch mit den alternativen Einzellösungen verglichen werden. Darin liegt oft das Problem. Eine abschließende Aufzählung ist nicht möglich. Vieles ist machbar. Ausgangspunkt ist aber das individuelle Risikoprofil und Versicherungsbedürfnis des Kunden.

KR&E (Kidnap, Ransom & Extortion-Versicherung)

Die Kidnap, Ransom & Extortion-Versicherung bietet Versicherungsschutz im Falle der Entführung und Erpressung von Familien- oder Unternehmensangehörigen.Referenzen:

Publikation Leipziger PDF (960KB)

Übergibt ein Mitarbeiter einen Koffer mit Geldern seines Unternehmens einem Erpresser, bekommt er dafür keine Quittung. Oft wurden intern auch Regeln der Zuständigkeit suspendiert. Die Organe hatten eine schnelle Entscheidung zu treffen. Unabhängig davon, ob der mit der Übergabe des Geldes erhoffte Erfolg eingetreten ist, lassen sich aus diesen Fällen Organhaftungsszenarien begründen. Entsprechende Versicherungsfallmeldungen unter D&O-Policen hat es schon gegeben, vor allem im Zusammenhang mit Sachbedrohungen und Drohungen gegen das Unternehmen.

Weil es dafür spezielle Versicherungsprodukte gibt, wird die Regulierung unter der D&O-Police nicht von Erfolg gekrönt sein. Schon über die Frage, ob die erzwungene Übergabe des Geldes ein Vermögensschaden ist, wird man streitig diskutieren. Kausalitätsfragen kommen hinzu. Die Fragen nach wissentlichen Pflichtverletzungen sind ebenfalls schwierig zu beantworten, so etwa die Frage nach der Pflicht zum rechtmäßigen Verhalten. Dokumentierungspflichten sind kaum erfüllbar. Hierzu gibt es natürlich keine Deckungsprozesse.

Die Entführung des Babys des Ozeanfliegers Charles Lindberg war der traurige Anlass für Lloyd´s-Syndikate, in den 30er Jahren die ersten Kidnappingpolicen anzubieten. Solche Versicherungen wurden in Deutschland erst 1998 durch das BAV unter einschränkenden Voraussetzungen zugelassen. Bis dahin sah man darin einen Verstoß gegen den ordre public (§ 138 Abs. 1 BGB und Artikel 6 EGBGB). Anders als im Ausland dürfen die sog. KR&E-Policen in Deutschland nicht als Kombinationsprodukt angeboten werden. Deshalb darf z.B. auch in den Cyberpolicen keine Deckungskomponente für Erpressungen enthalten sein. Den Versicherern ist die Werbung für die KR&E-Police verboten. Der Versicherungsnehmer soll lediglich drei Personen über diese Versicherung in Kenntnis setzen. Dem Versicherer legte das BAV die Pflicht auf, eine Abteilung unterhalb des Vorstandes damit zu betrauen und die Verträge in anonymisierter Form zu führen.

Auf der Produktseite gibt es die Kidnapping- und die Produkterpressungsversicherung. Letztere hat unter anderem ein Rückruf-Kostenproblem zu lösen, welches auch beim Eigenrückruf vorkommt. Daher wird dies teilweise als Anschlusslösung zur Produkthaftpflicht-Versicherung konstruiert.

Wie in kaum einem anderen Versicherungszweig geht es bei diesem Thema um Risikovorbeugung und Risikomanagement. Zuständigkeitsfragen und Organisationsabläufe werden mit Abschluss der Policen geklärt. Sicherheitsdienstleister werden vertraglich oder optional mit eingebunden. Es gibt nur sehr wenige weltweit operierende private Sicherheitsdienstleister, weil der Markt klein ist. Diese setzen regelmäßig exklusiv den Abschluss dieser Versicherungen bei bestimmten Anbietern voraus. Daher gibt es auch nur wenige Versicherer für internationale Risiken.

ODL (Outside Directorship Liability-Versicherung)

Die ODL-Deckung könnte man mit Fremdmandatsversicherung übersetzen. Das versicherte Risiko ähnelt dem der D&O. Versichert sind aber nur Kontrollmandate in Aufsichts- und Beiräten von konzernfremden Unternehmen. Die D&O schließt alle Organmandate innerhalb des Konzerns ein, nicht hingegen die externen Kontrollmandate. Regelmäßig wird dieses Risiko als Besondere Bedingung zur D&O eingeschlossen. Bei mittelständischen Unternehmen ist die ODL-Deckung auch schon in den Allgemeinen D&O-Versicherungsbedingungen enthalten. Die Möglichkeiten der Ausgestaltung dieser Zusatzdeckung sind vielfältig. Am Anfang steht aber die Erfassung des Risikos. Oft ist unklar, wer wo welches externe Mandat wahrnimmt. Bei den D&O-Einzelpolicen stellt sich diese Frage gleich in doppelter Hinsicht, weil dort oft nur ein Organmandat bei der Muttergesellschaft versichert ist. Erfasst werden müssen dann die darunter befindlichen konzerninternen Mandate sowie die Fremdmandate. Je nach Einzelfall ist zu diskutieren, wieviel Versicherungssumme für die konzerninternen Mandate vorbehalten bleiben soll, denn die Versicherungssumme für die Fremdmandate wird darauf angerechnet.

Side A D&O

Eine D&O-Police hat immer zwei Komponenten: Die persönliche Versicherung (Side A) und die Firmen-Enthaftungs-Versicherung (Side B). Es gibt keine persönliche Managerhaftung, ohne dass sich zugleich nicht auch die Frage nach der Enthaftung durch dessen Unternehmen stellt. Existenzbedrohend sind dann nur die Fälle, in denen kein Anspruch des Managers gegen sein Unternehmen auf Freistellung von der Haftung besteht. Unzureichende Versicherungssummen können prämiengünstig dadurch aufgefüllt werden, dass lediglich die Side A eine höhere Versicherungssumme bekommt.

Bei der Side A D&O handelt es sich um eine neuartige Exzedentenpolice. Sie wird als Konditionsdifferenzdeckung (Difference in Conditions, DIC) oberhalb der bereits vorhandenen persönlichen Organhaftungsversicherung mit einer drop down Vereinbarung abgeschlossen. So steht eine höhere persönliche Versicherungssumme zur Verfügung. Die Firmen-Enthaftungs-Versicherung (Side B) wird nicht erhöht.

In Deutschland gibt es meistens Haftungsfälle im Innenverhältnis. Dort sind Enthaftungen anders als im Außenverhältnis nur selten und eingeschränkt möglich. Daher kann eine Side A D&O eine sinnvolle Ergänzung sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Police zusätzliche Deckungsbausteine hat, die ohnehin nur dem Unternehmen nützen.

Strafrechtsschutzversicherung (Industrie-Strafrechtsschutzversicherung, ISRS)

Bei der Strafrechtsschutzversicherung trägt der Versicherer die Kosten, welche den Organmitgliedern und allen sonstigen Betriebsangehörigen der Versicherungsnehmerin und der Tochterunternehmen entstehen, wenn gegen sie Ermittlungs-, Straf-, Ordnungswidrigkeits-, disziplinar- oder standesrechtliche Verfahren betrieben werden.

An täglichen Zeitungsmeldungen über laufende Strafverfahren gegen Manager gibt es keinen Mangel. Umwelt- und Produktschäden sind hier häufig der Anlass. Neben diesen beschäftigt sich das Wirtschaftsstrafrecht aber auch mit Vermögensdelikten. Dort kommt es zwischen der ISRS und der D&O zu Wechselwirkungen.

Jedes Strafverfahren wegen eingetretener Vermögensschäden kann auch auf der zivilrechtlichen Seite Relevanz für die D&O-Versicherung entfalten. Daher wird in fast allen D&O-Policen auch die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens als anzeigepflichtiger Versicherungsfall eingestuft.

Grundsätzlich kann der Klärung einer Haftpflichtfrage ein Strafverfahren vorangehen. Daher enthält § 101 Abs. 1 Satz 2 VVG (150 Abs. 1 Satz 3 VVG a.F.) einen Hinweis. Der Haftpflichtversicherer kann die Kosten des Strafverteidigers übernehmen, wenn er dies in einem Strafverfahren wünscht und genehmigt, welches einen unter den Versicherungsschutz fallenden Haftpflichtanspruch zur Folge haben kann. Diese Formulierung wird in einigen D&O-AVB wiederholt, so auch in Ziffer 4.5 Satz 4 AVB 2008. Das darf nicht mit einer im D&O-Vertrag vereinbarten Strafrechtsschutz-Funktion verwechselt werden, obwohl dies gelegentlich in der Praxis schon vorgekommen ist. Von diesem freiwilligen Recht machen die Haftpflicht- und D&O-Versicherer selten Gebrauch.

Die Sonderbedingungen für die Industrie-Straf-Rechtsschutzversicherung (ISRS) werden seit 1980 angeboten. Sie wurden 1983 vom BAV genehmigt. Die ISRS sind viel weiter verbreitet als die VRB, da es zu ihnen kein Konkurrenzprodukt gibt. Die ISRS werden auch als „Erweiterte Straf-Rechtsschutzversicherung“ bezeichnet und sind Sonderbedingungen zu den §§ 1 – 20 der Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung (ARB). Die ISRS sind wie jede Rechtsschutzversicherung eine reine Kostenversicherung. Sie bieten wie die VRB nur passiven bzw. negativen Rechtsschutz. Der Versicherer übernimmt die ab Eröffnung des Ermittlungsverfahrens entstehenden Kosten. Hierzu gehören die Rechtsanwaltshonorare, die außergerichtlichen und gerichtlichen Kosten für Sachverständige, Gerichtskosten, Nebenklagekosten und Reisekosten.

Weil die Rechtsanwaltshonorare in Wirtschaftsstrafsachen regelmäßig weit über der gebührenordnungsmäßigen Vergütung nach dem RVG liegen, ist der Umfang ihrer Versicherung ein wesentlicher Verhandlungspunkt beim Abschluss der ISRS.

Geldstrafen und -bußen sind nicht versichert. Zivilrechtlich ist grundsätzlich die Erstattung gezahlter Geldstrafen und –bußen durch die Gesellschaft rechtlich zulässig, was aber nicht als Vermögensschaden i.S.d. D&O-Versicherung gilt. Auch bewahrt diese Versicherung nicht vor einer Vollstreckung der Freiheitsstrafe. „Stellvertretendes Einsitzen ist leider nicht möglich!“. Angeboten werden die ISRS von den Rechtsschutzversicherern.

Die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Managern wurde seit den 70er Jahren erheblich verschärft. Die zunehmende „Kriminalisierung des Managements“ ist vor allem auf den Gebieten der Produkt- und Umweltverantwortung eingetreten. Bekannte Verfahren zur strafrechtlichen Produkthaftung sind stichwortartig Ziegenhaar-Pinsel, Contergan, Monza Steel, Mandelbienenstich, Lederspray, Holzschutzmittel und UB-Plasma. Das Lederspray-Urteil des BGH vom 6.7.1990 bestätigte erstmals höchstrichterlich das Prinzip der Generalverantwortung und der Allzuständigkeit der Geschäftsleitung, welches sich im Laufe der 80er Jahre in der Rechtsprechung abgezeichnet hatte. Das Urteil gilt als „konzeptioneller Quantensprung“ und „Meilenstein in der Entwicklung“ der strafrechtlichen Produktverantwortung der Geschäftsleitung. 1970 wurden rund 1.000 Umweltdelikte polizeilich festgestellt. Die Zahl stieg auf 3.500 im Jahr 1975. Zum 1.7.1980 wurde das Umweltstrafrecht in den §§ 324 – 330d in das StGB aufgenommen. 1987 betrug die Zahl bereits 18.000. 1992 wies die polizeiliche Kriminalstatistik 25.882 Umweltdelikte aus. Den Staatsanwaltschaften wird nunmehr ein Vorgehen nach der „top-down-Methode“ bescheinigt. Der präventive Effekt des Strafrechts wurde an der Diskussion über die ordnungsgemäße Unternehmensorganisation erkennbar. Inzwischen ist man an die tägliche Medienberichterstattung über Ermittlungsverfahren gegen die Mitarbeiter und Organmitglieder von Unternehmen gewöhnt.

Die Strafrechtsschutz-Policen sind ebenso wie die Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung und die D&O-Versicherung eine Versicherung für fremde Rechnung. Prämienschuldner ist die Versicherungsnehmerin, also die Gesellschaft, bei der die Begünstigten tätig sind. Anders als bei der D&O-Versicherung sind bei der Strafrechtsschutz-Versicherung die Mitarbeiter auf allen Ebenen versicherte Personen. Der Versicherungsnehmerin steht zumeist ein ausdrücklich vereinbartes Widerspruchsrecht zu. Sie kann dem Rechtsschutzverlangen der versicherten Person gegenüber dem Versicherer widersprechen. Steht dieser Mitarbeiter im Verdacht, der Versicherungsnehmerin oder einem mitversicherten Tochterunternehmen einen Vermögensschaden vorsätzlich zugefügt zu haben, wird sie dies regelmäßig auch tun. Weil die versicherte Person nicht im Besitz des Versicherungsscheins ist, kann sie gemäß § 44 Abs. 2 VVG (75 Abs. 2 VVG a.F.) dann auch nicht selbst gegen den Versicherer auf Leistung klagen.

Die ISRS-Versicherungssummen sind niedrig. Die Größe des Prämienvolumens ist unbekannt und wird zwischen 50 bis 100 Mio. € vermutet. Anders als die D&O-Versicherung sind die ISRS keine sog. Katastrophendeckungen. Es ist ein Frequenzrisiko mit vielen kleinen Schäden. Rechtskosten oberhalb der Grenze von 500.000 € sind selten. Es gab aber auch schon vereinzelt Fälle, die die Grenze von 1 Mio. € überschritten. Heute stellen einige Anbieter fest, dass das gestiegene Risiko und die verbesserten Konditionen mit den fallenden Prämien nicht mehr im Einklang sind. Anbieter ziehen sich aus dieser kleinen Sparte zurück. Andere versuchen eine Bereinigung ihres Portfolios und sanieren.

Wie immer bei den deutschen AVB für Rechtsschutzversicherungen liegen die USA außerhalb des örtlichen Geltungsbereiches. Dort können z.B. Produkthaftungsfälle oder SEC-Ermittlungen schnell auch strafrechtliche Abwehraufwendungen deutlich oberhalb der Grenze von 1 Mio. € auslösen. Anders als bei der D&O-Versicherung ist es für die Medien dabei aber nur sehr selten von Bedeutung, ob eine Strafrechtsschutz-Versicherung besteht und ob diese Leistungen erbracht hat. Es geht den Unternehmen beim Abschluss der ISRS primär um die Absicherung des Verfahrens, den Wechsel von Enthaftungs- zu Deckungsfragen, das Know-how des Rechtsschutzversicherers sowie dessen Kontakte zu spezialisierten Rechtsanwälten und Sachverständigen. Durch die Verlagerung der Entscheidung über die Vorleistung der strafrechtlichen Gebühren und Kosten auf den Versicherer vermeidet das Unternehmen interne und externe Kritik. Die Rechtsschutzversicherer bieten auch Trainings und Leitfäden an zum Thema „Was tun, wenn der Staatsanwalt kommt?“. Bei der Vorsatzverurteilung zu einer Straftat entfällt der ISRS-Versicherungsschutz rückwirkend.

Two Tower D&O

Wir werden Sie gerne davon überzeugen, dass diese Deckung nicht empfehlenswert ist. Und schlimmer noch: Dieser Weg ist nicht bis zum Ende durchdacht. Die Abgrenzung und Abstimmung der beiden D&O-Verträge, die Vermeidung einer Privilegierung des Aufsichtsrates und die Erklärung der Mehrkosten in der Haupt- oder Gesellschafterversammlung sind ein peinliches und schwieriges Unterfangen, dass bei einer angemessenen kritischen Begleitung stets scheitert. Unterm Strich führt dies zur Verwirrung oder aber einfach nur zu einer Erhöhung der Versicherungssumme. Letzteres ist empfehlenswert, wenn der Aufsichtsrat sich mit der gemeinsamen D&O-Police unwohl fühlt.

Eine Zurückhaltung beim Abschluss ist bereits deshalb geboten, weil diese Police erst seit kurzer Zeit diskutiert wird und sich bei den gut vernetzten Großkunden keiner Beliebtheit erfreut. Akademisch ist es sicherlich spannend, über das zweigeteilte System von Aufsichtsrat und Vorstand zu diskutieren und es scheint sehr schlau, wenn man den Unterschied zum one tier board system in den USA erkennt. Es mag auch einen Fall gegeben haben, wo ein Aufsichtsrat keine Versicherungssumme mehr hatte, nachdem zuvor der Vorstand schon die gesamte D&O-Versicherungssumme für sich verbraucht hatte. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Deckungsempfehlungen unter Hinweis darauf, dass es gerade den einen Fall gegeben habe, wo die entsprechende Lücke beobachtet wurde, sind der alltägliche Lärm im Markt der Anbieter.

Wir beschränken uns hier auf wenige Stichworte und Hinweise, die gegen dieses Produkt sprechen:

Unzureichende Versicherungssummen können nicht dadurch verhindert werden, dass zwei Policen statt einer abgeschlossen werden. Dadurch steigen die Kosten, nicht aber die Versicherungssummen.

30 % aller gerichtlich anhängigen Haftungsfälle gegen Vorstände sind ebenfalls gegen die Aufsichtsräte gerichtet. Hinzu kommen die außergerichtlich von den Vorständen angedrohten Streitverkündungen und Regresse gegen die Aufsichtsräte.

Dem Verbrauch der D&O-Versicherungssumme geht oft ein Vergleich voraus. Daran wirkt der Aufsichtsrat mit.

Dem Verbrauch der D&O-Versicherungssumme geht eine Inanspruchnahme voraus. Diese kann der Höhe nach begrenzt werden. Daran wirkt der Aufsichtsrat mit.

Ist die D&O-Versicherungssumme durch einen Schaden verbraucht, den der Vorstand alleine zu verantworten hat und übersteigt der Schaden die Versicherungssumme, ist dann die getrennte Aufsichtsratspolice mit ihrer eigenen Versicherungssumme ein zusätzlicher Schutz für den Aufsichtsrat?

Über den Abschluss der Aufsichtsratspolice entscheidet die Hauptversammlung. Wer will da schon auf sich als derjenige Aufsichtsrat aufmerksam machen, der etwas will was sonst kein anderer Aufsichtsrat hat und der zusätzlich zur Unternehmens-Versicherung der Aufsichtsräte noch eine Doppelversicherung anstrebt.

Die richtige Höhe der Versicherungssumme für ein Unternehmen kann niemand berechnen. Eine unlösbare Aufgabe wird nicht dadurch lösbarer, dass man sie getrennt für den Aufsichtsrat und damit zweimal stellt.

Will man die Doppelversicherung vermeiden, muss die Deckung der Aufsichtsräte unter der Unternehmenspolice aufgehoben werden und lückenlos in die getrennte Aufsichtsrats-D&O überführt werden. Das geht bei Identität der Versicherer einfach und wird bei verschiedenen Versicherern schwer. Fehlerfrei und lückenlos geht dies dann, wenn erst gar keine getrennte Aufsichtsratspolice abgeschlossen wird.

Das „Gefangenendilemma“ sei abschließend nur als Stichwort erwähnt. Die gemeinsame Verteidigung von Vorstand und Aufsichtsrat erleichtert die Abwehr. Wird die Gemeinsamkeit durch unzureichende Versicherungssummen erzwungen, so bleibt auch dies eine Gemeinsamkeit. Wird durch getrennte Policen eine getrennte Abwehr notwendig, freuen sich die Dritten in diesem Streit. Das sind die Rechtsanwälte und vor allem der Geschädigte. Dessen Darlegungs- und Beweislast wird durch die wechselseitig nicht abgestimmten Vorträge von Aufsichtsrat und Vorstand erheblich erleichtert. Die gemeinsame Anspruchsabwehr unter der Unternehmenspolice wird durch die getrennte Aufsichtsratspolice gefährdet, geschwächt und u.U. in ihr Gegenteil verkehrt.

Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung (VHV bzw. Errors & Omissions, E&O-Versicherung)

Die bekanntesten Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen sind diejenigen für die Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Aber auch viele andere Dienstleister und Branchen können sich gegen das Risiko, aus ihrem Tagesgeschäft heraus Dritten Vermögensschäden zuzufügen, mit einer VH- bzw. E&O-Deckung absichern. Bei größeren Risiken wie z.B. denen der Finanzdienstleister und der IT-Branche ist entsprechend auch der Beratungsbedarf höher.

Die VH-Deckungen sind die klassischen Berufshaftpflichtversicherungen. Es gibt sie auch für das Vermögensschaden-Haftungsrisiko von juristischen Personen, was typischerweise bei Dienstleistern erheblich ist. Ebenso wie die D&O-Versicherung sind die AVB-Vermögen eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Andere Begriffe für die VHV sind Errors and Omissions Liability Insurance (E&O) oder Professional Indemnity (PI).

Im angloamerikanischen Ausland werden die VH-Deckungen oft den Financial Lines zugeordnet. In Deutschland wäre das wohl ebenso gekommen, hätten sich nicht die VH-Versicherer Anfang der 70er Jahre gegen die Aufnahme des D&O-Geschäftes entschlossen und den Rechtsschutzversicherern den Vortritt gelassen. Wir bezeichnen die VH-/PI-/E&O-Deckungen als Financial Lines. Organisatorisch sind sie in Deutschland dem Haftpflichtbereich zugeordnet oder bilden bei größeren Beständen eine eigene Einheit.

Die D&O wird fälschlich und „einfach formuliert“ als Berufshaftpflichtversicherung bezeichnet. Den Organ-Beruf gibt es aber nicht. Das Risiko folgt aus der Vertretungsfunktion für die juristische Person. Bei den rechts-, steuer-, finanz- und wirtschaftsberatenden sowie wirtschaftsprüfenden Tätigkeiten gibt es hingegen Berufsbezeichnungen. Und in der Organhaftpflicht-Versicherung sind diese Dienstleistungen ausgeschlossen. Dies ergibt sich oft aus einem Dienstleistungsausschluss. Stets folgt dies aus dem Gegenstand der D&O-Versicherung. Denn dieser erfasst nur die Tätigkeit der Organmitglieder in ihrer Organfunktion und nicht jegliche Tätigkeit der versicherten Personen.

Die PI/E&O/VH-Deckungen für Unternehmen befassen sich hingegen mit den Vermögensschäden, die deren Mitarbeiter gegenüber Dritten verursachen und für die das Unternehmen haftet. Daher sollten Dienstleistungsunternehmen, welche ihre Geschäfte in einer juristischen Person vornehmen, sowohl die reine VH- als auch die D&O-Versicherung abschließen. Das klassische Beispiel hierfür sind die Banken. Teilweise gibt es auch Kombinationsprodukte aus E&O und D&O für Zielgruppen wie z.B. Private Equity oder Venture Capital.

Die Abgrenzung zur D&O-Versicherung bereitet in der Praxis Schwierigkeiten.

Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung

Die Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung ähnelt der D&O-Versicherung mit dem wesentlichen Unterschied, dass nur die Rechtskosten und nicht die Vermögensschäden versichert sind. Aufgrund dieses eingeschränkten Leistungsumfanges wurde sie von der D&O-Versicherung weitgehend verdrängt. Sie ist heute interessant für nicht versicherbare D&O-Risiken oder zur Ergänzung von Lücken, welche in der D&O-Versicherung z.B. durch Ausschlüsse oder Selbstbehalte entstehen.

VSV (Vertrauensschadenversicherung, Crime, Bankers Blanket Bond BBB)

Dieses Risiko wird alljährlich von den Forensikern bei den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften untersucht. Wir empfehlen hier:

http://www.pwc.de/de/risiko-management/assets/studie-wirtschaftskriminalitaet-2016.pdf
https://home.kpmg.com/de/de/home/themen/2015/01/forensic.html
https://www.kpmg.com/DE/de/Documents/Wikri-Studie_2014_sec.pdf
https://www.kpmg.com/DE/de/Documents/thesenpapier-wirtschaftskriminalitaet.pdf

Die Vorbeugung und Schadenbegrenzung ist eng mit den Begriffen Compliance und IT-Sicherheit verbunden. Die Statistiken erfassen nicht nur die Risiken, welche Gegenstand einer Vertrauensschadenversicherung sein können. Das ernüchternde Ergebnis all dieser Untersuchungen ist aber stets, dass die Hauptgefahren für die Unternehmen bei der Wirtschaftskriminalität von innen drohen und nicht von außen kommen. Von innen bedeutet, dass die Schäden von Personen verursacht werden, denen das Unternehmen vertraut hat, also den eigenen Mitarbeitern. Und diese kennen nun einmal die Schwachstellen. Ihrer Phantasie bei der Ausnutzung der Sicherheitslücken können keine unüberwindlichen Hindernisse entgegengesetzt werden.

Die Vertrauensschadenversicherung ersetzt Vermögensschäden, die von Vertrauenspersonen vorsätzlich durch unerlaubte Handlungen verursacht werden, insbesondere solche aus Unterschlagung, Diebstahl, Betrug, Urkundenfälschung, Computerbetrug sowie aus sonstigen Veruntreuungen. Auch Schäden durch Eingriffe von Hackern werden durch die Versicherung teilweise abgedeckt. Als Vertrauenspersonen gelten grundsätzlich alle Arbeitnehmer einschließlich der Aushilfen und Praktikanten sowie Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder, Zeitarbeitskräfte und Personen, die in arbeitnehmerähnlichen Positionen im versicherten Unternehmen beschäftigt sind (z.B. Sicherheits-, Wartungs- und Reinigungspersonal).

Der Begriff des „Vertrauensschadens“ bezeichnet die Police also nur ungenau. Das Wort „Crime“ trifft das Thema besser. Wo kommt es zu großen „Vertrauensschäden“? Eben dort, wo viel anvertraut wird, also bei Banken und Notaren.

Referenzen: Publikation VSV PDF (200KB)

W&I (Warranties & Indemnities-Versicherung)

Üblicherweise bietet die Warranties & Indemnities-Versicherung Schutz im Falle des Unternehmenskaufs oder -verkaufs für vertragliche Garantieerklärungen im Kaufvertrag und die Haftung des Garantierenden im Sale & Purchase Agreement. Außerdem können Eigen- und Drittschäden inklusive Abwehrkosten versichert werden. In den letzten Jahren wurden solche Deckungen stark nachgefragt. Es gibt Policen auf der Käufer- und solche auf der Verkäuferseite. Hier tummeln sich Investmentbanker in der Risikoprüfung. Die Anregung zum Abschluss solcher Deckungen kommt oft aus den Anwaltskanzleien, welche den Kaufvertrag vorbereiten sollen. Das Know how und die Versicherungskapazitäten lieferte früher der englische Markt. Die Zahl der Versicherer in Deutschland nimmt jetzt zu. Das Geschäft ist sehr volatil, aber passt in eine Zeit des Anlagenotstands.

Die Wechselwirkungen mit dem D&O-Vertrag sind beachtlich. Relativ große M&A-Aktionen sind gegenüber den D&O-Versicherern eine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung. Andererseits sind die Vertragsverhandlungen oft streng vertraulich. Die Financial Lines werden hier oft spät eingeschaltet und geraten unter erheblichen Zeitdruck.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Versicherung nachhaltig profitabel gestaltet werden kann. Geht es um Rückstellungen für die Umwelthaftung oder um steuerliche Bewertungsfragen oder um Prozessrisiken, welche sich nicht bewerten lassen, so gleichen die Versicherungen einer Wette und weniger einer Versicherung.

Mit Rückblick auf die letzten Jahre ist trotz des Verkaufs vieler Unternehmen und einer Aufwärtsbewegung bei den W&I-Policen aber eine Zunahme der Post-M&A-Litigation wie in den USA noch nicht festzustellen. Die W&I-Versicherung ist vor allem bei mittleren Transaktionen anzutreffen, um dort Befreiungsklauseln im Bereich der Steuern und Altlasten abzusichern. Auch in dieser Financial Line ist das Streitpotential erheblich.